Die Serie zum Mobile Payment (Überblick hier) nähert sich dem Ende. Im letzten Beitrag ging es um die vielen Newcomer, die zwar technologisch begeistern, sich aber durch mangelndes Zusammenspiel die Markplatzierung erschweren. Bei all dem Hype, der auf Fachblogs und in Kongressen um das Thema gemacht wird, frage ich heute im vorletzten Beitrag, an welcher Stelle sich das mobile Bezahlen im sogenannten Hypecycle befindet.

 

Die Verbreitung von Mobile Payment geht einher mit der Verbreitung moderner mobiler Endgeräte, vor allem von Smartphones und Tabletrechner. Dass sich diese mobilen Endgeräte derzeit in unglaublicher Geschwindigkeit verbreiten, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. Die Anwender nutzen diese Geräte immer intensiver für privat und berufliche Kommunikation und zunehmend für private und geschäftliche Transaktionen.

 

Mobile Payment ist hip. Journalisten und Blogs überschlagen sich mit Lobeshymnen. Das alleine sollte freilich zur Skepsis mahnen. Hypes folgen meist bestimmten Phasen. Das Research Haus Gartner nennt das passend Hypecycles. Danach gehen neue Produkte, neue Trends, neue Disruptionen durch verschiedene Stufen. Das könnte man etwa so darstellen, wie in der folgenden Abbildung von marketinfacts:

 

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Quelle: Flickr/marketingfacts

 

Stimmt man diesem Modell zu, dass sich auf alle möglichen Produkte anwenden lässt, dann steht Mobile Payment etwas über dem Scheitelpunkt des ersten Anstiegs, also zwischen “Early adopters investigate” und Mass media hype begins”.  Noch ist das Thema nicht so richtig in den Massenmedien angekommen, wird aber intensiv in den Fachmedien und Blogs diskutiert.

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Nachtrag vom 16.5.: Erste Marktpreise für Facebook erhältlich

Es sind mittlerweile erste Preisindikationen für Facebook erhältlich.

Bei Lang & Schwarz werden verschiedene Optionsscheine gehandelt. Dazu gibt l&S eine Preisindikation an, die aktuell bei 56 US$ pro Aktie liegt. Da liege ich natürlich meilenweit daneben mit meiner Schätzung für den Schlußkurs des ersten Börsentages.

Mehr Updates sonst bei egghat

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Am Freitag soll es soweit sein: Die Aktien von Facebook werden an der NASDAQ zum Handel eingeführt. Vorher gibt das Unternehmen neue Aktien aus und die bisherigen Eigentümer trennen sich von einem Teil ihrer Anteile. Die spannende Frage ist nun, wie wird Facebook nach dem Börsengang vom Markt bewertet. Wie hoch ist der Preis einer Aktie und damit auch der Wert des sozialen Netzwerks und soll man den Titel kaufen?

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Facebookseite der Muppets

Die im Prospekt angegebene Preisspanne für den Erstverkaufspreis lag zwischen 28 und 35 US$, nach neuen Berichten beträgt die Spanne nun 34 bis 38 US$. Der Preis am Ende des ersten Börsentags kann natürlich auch außerhalb dieser Spanne liegen.

Aus der Preisspanne im Prospekt errechnen sich Unternehmenswerte für die 2,74 Mrd. Aktien zwischen 76,7 Mrd. und 95,9 Mrd. US$ (bzw. 93,16 und 104,1 Mrd. US$). Wenn ich Facebook bewerten würde, käme ich auf einen Wert deutlich unter 50 Mrd. US$. Ich würde nicht mehr als das 25-fache des 2012er Gewinn bezahlen für die Aktien. Mir ist das Geschäftsmodell nicht klar genug für eine höhere Bewertung. Viele Argumente, die für eine höhere Bewertung vorgebracht werden klingen willkürlich und rein hypothetisch. So ist derzeit völlig offen, ob und wie Facebook im mobilen Netz Geld verdienen wird. Daneben hat das angeblich nur auf Wachstum getrimmte Unternehmen im ersten Quartal 2012 erst einmal den Rückwärtsgang eingelegt.

Es ist unwahrscheinlich, dass Anleger bei der Zeichnung noch Aktien erhalten. Einige stellen sich daher die Frage, ob sie am ersten Börsentag zugreifen sollten. Ich würde in jedem Fall die Finger von der Facebook Aktie lassen. Facebook ist ein Muppet-Köder, schrieb Henry Blodget letzte Woche auf Business Insider, und er hat Recht damit. Ich werde in einem Beitrag am Freitag noch zeigen, warum der Muppet-Faktor hier hoch ist. Man muss also nicht einmal Warren Buffett in den Zeugenstand rufen. Er warnt bekanntlich ebenfalls vor dem Kauf der Aktien.

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Nur kurz, weil ich dazu in den vergangenen Wochen schon mehrfach etwas geschrieben hatte:

Auf FTD Online war gestern zu lesen, dass Unternehmen als Kreditnehmer den Banken wegbrechen. Unternehmen schöpfen danach sogar die Kreditlinien der Banken bei Weitem nicht aus. Das entspricht Beobachtungen aus der Praxis, über die ich bereits Mitte April auf CFOWorld geschrieben habe in “Defizite im Kreditprozess”. Banken selbst reagieren auf die Zurückhaltung nach Informationen der FTD mit verstärktem Marketing und Absenkung der Vergabebedingungen. Viele Unternehmen dagegen würden sich wünschen, dass die Finanzhäuser wieder mehr die Sicht eines Dienstleister einnehmen und die Kreditprozesse kundenorientierter gestalten. Darüber hatte ich in dem Beitrag “Banken fehlt die Sicht des Dienstleisters” geschrieben.

Allerdings, so ist heute auf der Webseite der Neuen Westfälischen zu lesen, dass laut einer Studie im Auftrag der Commerzbank mittelständische wegen der mittel- und langfristigen Planungssicherheit durch die Eurokrise ihre Investitionen abbremsen.

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Ja, einige Kollegen haben mir schon gesagt, ich solle hier nicht so viele Videos von der Deutschen Bank posten, weil man dann denken könne, ich ergreife hier Partei für das größte deutsche Kreditinstitut. Aber dieses (leider nur in englischer Sprache verfügbare) Video über die Veränderungen hin zu einer Digitalen Gesellschaft muss man trotzdem bringen. Es basiert nämlich auf einer wirklich guten Studie des Researchs der Deutschen Bank von Thomas Dapp.

Die digitale Gesellschaft: Neue Wege zu mehr Transparenz, Beteiligung und Innovation (pdf)

Diese Untersuchung ist nämlich eine faszinierende Zukunftsvision aber gleichzeitig ein verheerendes Gegenwartszeugnis für die Banken zugleich, weil der Finanzsektor darin ausgespart wird. Mit dem Autor, Thomas Dapp, habe ich daher anlässlich einer im Handelsblatt und im PR-Blogger erschienen Artikelserie (siehe unten) telefoniert. Dapp sieht auch (zitiert nach Handelsblatt Online), “dass die traditionellen Banken die Veränderungen mitgehen müssen, wenn sie nicht den technologischen Anschluss verpassen wollen. Die momentane Haltung der Banken, teilte Dapp uns mit, sei auch Ausdruck großer Vorsicht insbesondere bei sicherheitskritischen Anwendungen. Bislang seien keine Vorreiter aus der Bankenbranche in Sicht. Dapp ist aber überzeugt, dass die Banken die Entwicklungen sehr genau beobachten. Er könne sich auch vorstellen, dass einzelne Häuser bereits an Dienstleistungen arbeiten, üblicherweise wird darüber erst gesprochen, wenn die Leistungen marktreif sind.” 

In einer aktuellen Zusammenfassung zur Studie schreibt Dapp auf der Webseite von DBResearch

“Politik und Wirtschaft werden zunehmend gezwungen, sich mit den neuen Paradigmen im Netz (z.B. Öffnungsprozesse in Wertschöpfungsnetze) und mit einem besser informierten Bürger konstruktiv auseinanderzusetzen. Alle Akteure können davon profitieren und dazulernen. Es entstehen experimentelle Organisationsformen sowie moderne Arbeitsweisen, die den Menschen mehr interaktive Mitgestaltung ermöglichen. Die Menschen im Netz stimulieren z.B. im Bereich Open Innovation oder Open Government durch externes Wissen und neue Ideen Innovations- und Wertschöpfungsprozesse. Eine dieser durch Öffnungsprozesse etablierten modernen Arbeits- und Organisationsformen stellen sogenannte Wikis dar.”

Die spannende Frage ist nun, ob die Kreditwirtschaft diese Öffnung für den eigenen Sektor auch will. Florian Semle und ich bemerkten dazu im PR-Blogger:

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Mir ist noch nicht klar, wie viele Aktien von Facebook eigentlich am Freitag gehandelt werden. Ich finde aktuell eher verwirrende und zum Teil widersprüchliche Angaben in den Unterlagen und Medienberichten.

Die Details dazu sind im Börsenprospekt ab Seite 7 nachzulesen.
Nach der Börseneinführung ist insgesamt folgende Anzahl an Aktien im Umlauf:
598.396.196 Class A-Aktien (1 Stimme pro Aktie)
1.539.688.918 Class B-Aktien (10 Stimmen pro Aktie)
= 2.138.085.037 Aktien

Dazu kommt ein sogenannter Greenshoe, also eine Reserve, die die begleitenden Emissionsbanken rausgeben können im Umfang von 50.612.302 Class-Aktien. Macht bis hier 2.188.697.339 Aktien.

Dazu sollen weitere Ansprüche aus ausgegebenen Optionen und aus der Kauftransaktion von Instagram.  Insgesamt, so hat das Bloomberg berechnet, könnten dann 2,74 Mrd. Aktien im Umlauf sein. “Könnten”? Das ist eine Angabe, die mit einem solche bedeutendem Börsengang echt unprofessionell klingt. Ich habe aber aus den bisher gesichteten Unterlagen und Medienberichten keine abschließende Klärung finden können. Vielleicht kann das ja ein Leser.

Das Angebot umfasst bei A-Aktien sowohl neue Aktien als auch ein Teil der Aktien der bisherigen Eigentümer. Für die weitere Aktien der bisherigen Eigentümer gelten übrigens verschiedene Sperrfristen (“lock-up-periode”). Das bedeutet, die bisherigen Aktionäre (darunter Mitarbeiter und Investoren) dürfen in bestimmten Zeiträumen ihre weiteren Aktien nicht verkaufen (Details S. 30).

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Prognosen der Wahlbörsen zu NRW: SPD deutlicher Gewinner, Piraten knapp vor FDP drin, Grüne bleiben drittstärkste Kraft

13.05.2012

Eigentlich wollte ich mich etwas intensiver mit den Landtagswahlen in meinem Wohnsitzbundesland beschäftigen. Klappte aber irgendwie nicht. Für diese Wahl habe ich leider nur zwei aktivierte Vorhersagemärkte gefunden, auf denen Wahlprognosen “gehandelt” werden. Für die aktuelle NRW-Wahl sind wohl nur Wahlfieber und PESM aktiviert (ich freue mich über Hinweis, wenn noch jemand einen Prognosemarkt kennt).  [...]

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JP Morgan Whale-Mistrade zeigt Nutzlosigkeit der Finanzmarktregulierung

13.05.2012

Vor zweieinhalb Tage hat JP Morgan Bankchef Jamie Dimon bekannt gegeben (offizielles Statement ist hier), dass sein Haus bei einigen riskanten Geschäften viel Geld verloren  hat. Es war klar, dass dies für viel Gesprächs- und Schreibstoff sorgt. Ich konnte meinen Senf noch nicht dazu geben, weil ich die letzten Tage unterwegs war und überhaupt froh [...]

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Dokumentation einer G+ Diskussion: Sind einheitliche Regeln für Banken nötig?

12.05.2012

Vergangene Woche hatte ich unter dem Post eines Links auf einen Beitrag von Norbert Häring zur Bankenregulierung einen so langen und spannenden Thread zwischen Ralf Sippel und Michael Vincent, dass ich die Beiden fragte, ob ich diese noch einmal in einem Beitrag hier im Blog veröffentlichen darf. Ich dokumentiere damit quasi ein Gespräch, das so [...]

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sharewise: Welchen Aktien trauen die Top100 Mitglieder die beste Rendite zu?

11.05.2012

Beginnen möchten wir heute wie immer mit einem aktuellen Marktüberblick. Anschließend gehen wir detailliert auf die drei Aktien ein, die aktuell von unseren Top100 Mitgliedern am häufigsten zum Kauf empfohlen werden. Am Ende betrachten wir dann noch die auffälligsten Insiderkäufe und -verkäufe der letzten zwei Wochen.   Marktüberblick Die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein haben die Aktienmärkte [...]

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Wie wahrscheinlich ist der Austritt eines Landes aus dem Euro?

11.05.2012

Hier zunächst die Ergebnisse Ende 2012: 35,6% Ende 2013: 55% Ende 2014: 69% Ja, der Austritt eines Landes aus der Eurozone ist ein spannendes Thema, über das sich Analysten und Kolumnisten derzeit die Finger wundschreiben. Für die “Offiziellen” ist ein Austritts Griechenland mittlerweile kein Tabu mehr, wie etwa dieses Interview mit dem deutschen EZB-Direktor Jörg [...]

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Mensch vs Maschine = Oder warum Märkte keine Psychologie mehr besitzen

11.05.2012

Gastbeitrag von Mathias Täge Vergangene Woche machte via Twitter der Artikel aus “37 Mikrosekunden je Deal” auf Handelsblatt Online die Runde. Darin ging es um den Boom des Hochfrequenzhandels und immer wieder neuen Geschwindigkeitsrekorde, die nun die Schweizer Plattform SIX halten soll (Slogan der Plattform: “1 Lidschlag = 10.000 Aufträge). Ganz genau kennt heute niemand [...]

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Herzlich willkommen liebe OWLer

11.05.2012

Am Dienstag hatte ich wegen des Gewinns des Finanzblog Awards Besuch von der Neuen Westfälischen. Das hat mich sehr gefreut. Heute ist zu diesem Besuch ein Artikel in auflagenstärksten Zeitung hier in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) erschienen. Wer dadurch neugierig geworden und zum ersten Mal auf diese Seiten gelangt, den begrüße ich hier mit diesem [...]

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Dokumentation: Auswirkungen der Euro-Staatsschuldenkrise

10.05.2012

Am 9. Mai fand eine weitere öffentliche Sitzung des Finanzausschusses mit hochkarätigen Fachleuten zur Schuldenkrise statt: Auf der Webseite des Bundestags wurden die Ergebnisse der öffentlichen Anhörung wie folgt zusammen gefasst: Hoch verschuldete Euro-Länder sollten mehr Zeit zum Abbau ihrer Defizite erhalten. Dies haben mehrere Sachverständige am Mittwoch, 9. Mai 2012, in einer öffentlichen Anhörung [...]

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Lesehinweis: Was Banken zum Beispiel tun könnten, um Kreditprozesse mehr auf Unternehmen auszurichten

10.05.2012

Auf der Webseite der CFOWorld ist ein Beitrag von mir erschienen, in dem ich meine Erfahrungen aus dem Umgang mit mittelständischen Unternehmen in Hinweise für die Banken übertrage:  Banken könnten ihre Kreditprozesse wieder mehr auf ihre Kunden ausrichten – trotz aller regulatorischen Anforderungen. Ich hatte bereits darüber geschrieben, dass mittelständische Unternehmen die Kreditvergabeprozesse vieler Banken [...]

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Twitterinterview mit Handelsblatt Online (+Video zur Preisverleihung)

09.05.2012

Um 11 Uhr wollen wir ein Experiment mit dem Handelsblatt starten. Tina Halberschmidt (Twitter: http://twitter.com/thalberschmidt) möchte ein Interview per Twitter mit mir (http://twitter.com/blicklog) führen unter dem Hashtag #fragblicklog. Natürlich geht es da noch einmal um die Preisverleihung des finanzblog awards 2012 der comdirect letzte Woche auf der re:publica. Mal sehen, ob und wie es funktioniert. [...]

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