Video aus der Reihe "HORIZONTE, Expertengespräche des Stifterverbandes": Interview mit Gerd Gigerenzer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. In dem Interview plädiert Gigerenzer für einen informierten Umgang mit Risiken und Wahrscheinlichkeiten, für mehr Intuition und weniger Angst.

Quelle: Stifterverband, Hinweis über Tweet des Wirtschaftswurm

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Die direkte Einbindung finde ich nicht so gelungen bei Storify, daher bitte auf das Bild klicken, um zu der Sammlung von Vorschlägen, Hintergründen und Debattenbeiträgen zur Finanztransaktionssteuer zu gelangen.

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Der Filterblog wies heute in einer kritischen Anmerkung darauf hin, dass der Vertragstext des Europäischer Stabilitätsmechanismus in einer inoffiziellen Arbeitsübersetzung vorliegt. Ich kann leider im Augenblick nicht verifizieren, ob dieser Text authentisch ist. Auf Wikipedia existiert ebenfalls ein Verweis auf einen Entwurf für den ESM-Vertrag. Dabei handelt es sich jedoch um eine ältere Version handelt. Leider habe ich weder bei Jan Filter noch sonst wo einen Hinweis auf die offizielle Herkunft des Dokuments gefunden. Wer also eine offizielle Quelle kennt, den bitte ich um einen kurzen Hinweis im Kommentarfeld.

Die Möglichkeit zum direkten Download des 58-Seiten-Dokuments gibt es hier.

ESM-Vertragstext

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Zum Vorbericht hier im Blick Log auf den vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Handelsblatt veranstalteten Kongress “Ökonomie neu denken” habe ich einen interessanten Kommentar erhalten, den ich hier einmal in einen eigenen Beitrag hebe. Der Leser Nixda wirf darin eine interessante Frage auf, die möglicherweise den wissenschaftlichen Fortschritt oder gar einen Paradigmenwechsel verzögern könnte. Ich gebe hier den Kommentar einfach noch einmal ungeschnitten und ergänzt um ein paar Links wider.

“In den letzten Tagen ist die wirtschaftswissenschaftliche Untersuchung über die Ursachen der hohen Preise bei Prostitution durch die Blogs gewandert (siehe z.B. egghats Blog “Warum sind Nutten so teuer? Ökonomen erklären”). Für die Autoren kam weder Marktversagen noch Erklärungen außerhalb des Homo Ökonomicus Modells für die hohen Preise in Frage. Auch dass die Arbeit nicht die attraktivste ist, schien keine Rolle zu spielen, andere unattraktive Tätigkeiten werden ja auch schlecht bezahlt.

Man erklärte die hohen Preise schließlich mit den hohen Opportunitätskosten der Anbieter, in der Form, das die Chancen auf eine gute Eheschließung sich verringern. Das ökonomische Modell der allzeit rational handelnden Marktteilnehmer war gerettet, der Artikel wurde in einer renommierten Fachzeitschrift abgedruckt. Mit den Betroffenen hatte niemand gesprochen. Die für Außenstehende offenkundige Absurdität scheint weder den Autoren noch den Redakteuren aufgefallen zu sein.

Vielleicht wäre es einmal eine Aufgabe für einen Doktoranden, und das ist ein durchaus ernstgemeinter Vorschlag, zu untersuchen, wie hoch die Opportunitätskosten eines Doktoranden im Sinne eines potenziellen Karriereschadens und Einkommensverlustes wären, wenn er sich in seiner Doktorarbeit sich mit alternativen Modellen zu den vorherrschenden Modellen beschäftigt. Dann käme man zumindest in den Besitz einer ökonomische Theorie, warum die heutige ökonomische Theorie so ineffizient ist.

Und die Ökonomen könnten danach über das “Paradoxon des Epimenides” philosophieren.

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Das waren zwei äußerst interessante Tage in Frankfurt. Der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft und das Handelsblatt hatten Wissenschaftler, Unternehmen, Studenten und Wirtschaftsblogger zur Tagung Ökonomie Neu Denken eingeladen (siehe dazu Vorbericht vom Montag). Um es gleich vorwegzunehmen: Die Ökonomie wurde auch in Frankfurt nicht neu erfunden. Das hatte aber auch niemand erwartet. Hier meine Impressionen von der Veranstaltungen (siehe unten weitere Berichte).

Beeindruckt hat mich die Selbstkritik der Ökonomen an der Ökonomik. Den mit Abstand interessantesten Vortrag dazu haben nicht etwa die Promis Thomas Mayer von der Deutschen Bank oder Kenneth Rogoff gehalten, sondern die britische Ökonomin und Buchautorin Diane Coyle, die gleich zu Beginn eine steile Vorlage lieferte. In Coyles Vortrag (hier nachzulesen) fand ich viele Gedanken wieder, die ich in den letzten Jahren verstreut auf zahlreiche eigene Beiträge verteilt hatte. Sie nannte die Neue Institutionenökonomik, Behavioral Economics und komplexitätstheoretische Ansätze als interessante Denkrichtungen und forderte u.a., dass sich die Ökonomie mehr interdisziplinär engagieren müsse.

Sie ging aber noch einen Schritt weiter und warf der Ökonomie eine Mitschuld an der Finanz- und Wirtschaftskrise vor. Widerspruch erntete sie dafür nicht. Andere Redner schlossen sich der Kritik an. So war etwa sehr interessant, wie der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, aus den fehlerhaften Annahmen der verwendeten Modelle darauf schloss, dass die Analysemodelle der Vermögensverwaltung nicht funktionieren könnten. Er betonte außerdem die Grenzen der VaR-Modelle, die eine große praktische Relevanz für das Risikomanagement von Banken haben und sich als ungeeignet erwiesen haben. Die ausgefeilten finanzmathematischen Modelle haben in den Banken zu einer Art “Kontrollillusion” geführt.

Gut, das ist jetzt genau so wenig eine neue Erkenntnis gewesen, wie die von Professor Suchanek, dass eines der Schlüsselthemen der Ökonomik Vertrauen ist. Bemerkenswert aber, dass die für die Praxis sehr relevante Frage, wie eigentlich Vertrauen wieder hergestellt werden könne, lt. Suchanek kaum erforscht sei. Suchanek warf in einer Panelldiskussion übrigens ein, dass Studierende sich heute mehr für die moralische Qualität von Märkten interessieren. Ein Fehler in der Vergangenheit seit gewesen, dass man Ethik und Märkte getrennt erforscht habe, dabei gehöre dies eng gemeinsam beachtet.

Die Kritik an Modellen, Methoden und Annahmen zog sich durch nahezu alle Vorträge. Ich empfand die Kritik an der Mainstream-Ökonomie so überwältigend, dass ich mich frage, wer heute denn noch den Mainstream vertritt. Die Antwort darauf gab Professor Justus Haucap, der Vorsitzende der Monopolkommission und VWL Professor in Düsseldorf: Es ist die Lehrbuchökonomie, die auf den Stundenplänen der Hochschulen steht.

Rogoff hat der Kritik an der Ökonomie in seinem Vortrag dann prominentes Gewicht verschafft. Er sprach von der Selbstzufriedenheit der akademischen Ökonomie in der Phase der Great Moderation. Man liebte die Annahme, dass Märkte sehr, sehr gut funktionieren. Dabei seien schon damals den Ökonomen viele Abweichungen bekannt gewesen, wie etwa die Existenz von Banken, Probleme der Externalitäten und Umweltprobleme. Ein Problem der Ökonomie oder besser der Ökonomen sei, es sei sehr hart, diese Abweichungen in Modelle zu packen.

Tatsächlich zeigten sich die Teilnehmer ratlos auf der Suche nach einem neuen Paradigma. Mich verleitete das in meinem Statement, zu dem ich am Ende eingeladen war, zu der These, dass sich die Ökonomik im Sinne Kuhn erst am Anfang einer wissenschaftlichen Revolution befände (siehe dazu Thomas S. Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen und diese von Peter Brescher bereit gestellte Übersicht). Tatsächlich können wir genau jetzt den Wettbewerb verschiedenster Ansätze in der Ökonomik auf dem Weg hin zu einem möglicherweise neuen Paradigma beobachten. Und gerade dies macht die Wirtschaftswissenschaft noch interessanter, als in den Zeiten, in den ich studiert habe.

[klicken zum Weiterlesen …]

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Warum man unbedingt hören sollte, was auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gesagt wird (incl. Livestream)

25.01.2012

Der Livestream ist am Ende des Beitrags eingebettet. Was, schon wieder ist ein Jahr herum? Das merke ich immer an der Vorberichterstattung (siehe dazu Presseschau im Handelsblatt: Sehnsucht nach der Endzeit) über das Weltwirtschaftsforum in Davos. Es wird ja gern als die wichtigste private Konferenzveranstaltung dieses Planeten angesehen. Ich verfolge den Häppchengipfel der “Wirtschaftselite” seit [...]

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Storified: Ökonomie Neu Denken

25.01.2012

Einen Bericht mit meinen Impressionen von der Veranstaltung Ökonomie Neu Denken folgt am Donnerstag. Hier zunächst einmal Tweets, Stimmen und Berichte via. Storify Ich musste leider die Einbettung der Storify-Seite vom Blog nehmen, weil sie die Ladezeiten und das Layout verhunzt. Den Überblick gibt es dafür hier

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Wirkung der Finanzmarktregulierung auf Bankenrefinanzierung und Finanzierungsgeschäfte (2): Banken-Restrukturierungsrecht

24.01.2012

Ziel und Zweck dieses Beitrags ist in dem hier veröffentlichten Einleitungsartikel veröffentlicht. Kurz zusammengefasst geht es darum, welchen Wirkungen ausgewählte Maßnahmen der Finanzmarktregulierung auf bestimmte Positionen des Bankgeschäft haben können. Seit gut einem Jahr gilt in Deutschland das Banken-Restrukturierungsgesetz. Es erlaubt der Bankenaufsicht in § 12 mit bestimmten Ausnahmen einen Eingriff in die Gläubigerrechte, also [...]

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Wirkung der Finanzmarktregulierung auf Bankenrefinanzierung und Finanzierungsgeschäfte (1): Vorbemerkungen

24.01.2012

Der Blick in die Wirtschaftspresse zeigt, dass viel über die Schulden- und Bankenkrise berichtet wird. Dabei stehen die Banken im Fokus. Sie sollen ihr Kapital erhöhen und damit eingegangene Risiken abfedern, sie sollen die Risiken zurückfahren aber trotzdem in Anleihen der Euroländer investiert bleiben und diese weiter ihren Kunden schmackhaft machen. Natürlich sollen sie die [...]

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Kongress in Frankfurt: Kann Ökonomie neu gedacht werden? (+ Linkhinweise zur Ökonomiedebatte)

23.01.2012

Heute und morgen bin ich in Frankfurt auf dem Kongress “Ökonomie neu denken”, der vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Handelsblatt veranstaltet wird. Ich bin sehr neugierig auf die Veranstaltung, denn es soll darum gehen, welchen Beitrag die Wirtschaftswissenschaften zur Lösung aktueller Herausforderungen seit der Finanz- und Wirtschaftskrise leisten können und welche Konsequenzen [...]

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Schick kritisierte im Bundestag die mangelnde Aufarbeitung der Bankhilfen

22.01.2012

Ich hatte ja bereits über die Debatte zu der Finanzmarktstabilisierung, für die sich niemand interessierte, vergangene Woche im Blick Log geschrieben. Mittlerweile ist das Protokoll dazu veröffentlicht. Darin forderte der auch in Finanzkreisen hoch angesehene Abgeordnete Dr. Gerhard Schick (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) eine Aufarbeitung der Finanzkrise. Das fand ich erfreulich. Wörtlich sagte er (S. 18231): [...]

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Armin Falk über über rationales Herdenverhalten, Bauchentscheidungen, Fairness und Effizienz

21.01.2012

Am Montag startet der vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Handelsblatt veranstaltete Kongress “Ökonomie neu denken”, an dem ich auch teilnehmen werde (Vorbericht folgt am Montag). Im Vorfeld der Veranstaltung hat der Stifterverband ein Videointerview auf seine Webseite gestellt mit Professor Armin Falk, Direktor und Professor am Center for Economics and Neuroscience, Bonn. [...]

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Entscheidungen in einer komplexen Welt – Gefangen zwischen Intuition und Herdentrieb? Teil 2

20.01.2012

Das Bild des nutzenmaximierenden und mit einer schier unbegrenzten Fähigkeit zur Informationsverarbeitung ausgestatteten Entscheidungsträgers hat tiefe Risse bekommen, die sich nicht mehr länger übersehen lassen. Trotzdem sind die Alternativen ebenfalls mit Makeln behaftet. Der gesunde Menschenverstand, gestützt auf Intuition, vermag viele der Mängel zu beheben und auch die Verhaltensökonomie weist interessante Wege aus dem Dilemma. [...]

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Vorhersagemärkte sehen zum Rückrundenstart Bayern als Meister vor Dortmund und Schalke (+Wettquoten)

20.01.2012

Nach dem kläglichen Jahresausklang meines Lieblingsvereins war mir noch gar nicht wieder nach Fußball. Von mir aus hätte die Winterpause noch ein paar Wochen weitergehen können. Aber egal, heute geht es wieder los. Also mal schauen, wie sich die Erwartungen wer Deutscher Meister wird im Lauf der Saison verändert haben. Daher hier wieder das Update [...]

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Bundestag befasst sich mit Finanzmarktstabilisierung und niemand interessiert es

19.01.2012

Das ist verrückt. Da diskutiert heute der Bundestag ein Gesetz, dass potentiell dazu geeignet ist, die Staatsverschuldung Deutschlands um fast 25% noch oben zu schrauben und niemanden interessiert das. Mit dem Gesetz soll der Garantierahmen für die Stabilisierung von Banken auf 400 Mrd. Euro und die Kreditermächtigung auf 80 Mrd. Euro (davon 10 Mrd. Euro [...]

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